Wie Harvard und Yale investieren

Durch Robo Advisors wie die Harvard Uni investieren | © Harvard University

Was machen die Profis anders? Der Vorteil des Harvard Investmentfonds liegt dabei gar nicht zu sehr in Gewinnmaximierung als vielmehr im ausgeklügelten Risikomanagement, sodass die Uni während des 2007-2009 andauernden Bärenmarktes deutlich weniger an Wert verlor als der S&P 500. Ebenso konnte sich das Stiftungsvermögen nach der Krise wieder schnell erholen. Wir werfen einen Blick darauf wie die Top-Unis Harvard, Yale und Stanford ihr Vermögen investieren.

Schnelle Erholung nach der Krise

Durch die weltweite Finanzkrise verloren Investmentschwergewichte wie die US-amerikanischen Eliteunis Harvard und Yale mehrere Milliarden Dollar Stiftungsvermögen. Das Vermögen von Harvard sank um knapp ein Viertel seines ursprünglichen Wertes vor der Krise.Die Harvard Universität besaß 2008, also vor der Krise, rund 37 Milliarden US-Dollar an Stiftungsvermögen. 6 Jahre später, 2014, erreichte das stark geschrumpfte Vermögen erneut knapp 36 Milliarden. Ähnliches Szenario bei der zweitreichsten Uni in Yale: 2008 verfügte der Uni-Fonds über knapp 23 Milliarden US-Dollar. Der Wert konnte 2014 stand die mit 24 Milliarden wieder übertroffen werden. Stanford verfügte 2008 über ein Vermögen von 17 Milliarden US-Dollar. Bereits 2013 konnte das Vermögen vollständig wieder hergestellt werden und erreichte sogar über 18 Milliarden Dollar. Wie aber gelingt den Eliteunis das? Dazu haben wir uns die Asset-Allokationen drei Top-Unis Harvard, Stanford und Yale näher angeschaut.

Intelligente Robo Advisors mit ausgeklügeltem Risikomanagement
Zum Vergleich

Wie Harvard und Yale in Venture Capital investieren

Es fällt auf, dass die 3 Unis einen hohen Anteil an Venture-Capital haben. Venture Capital wird gelegentlich auch als Private Equity bezeichnet. Gemeint ist mit beiden Begriffen das Gleiche: Die direkte Beteiligung an Unternehmen, ohne den Kauf von Aktien über die Börse. In Harvard betrug der Anteil von Venture Capital am Gesamtvermögen laut Finanzreport 2019 20, in Yale 21,5 und in Stanford sogar 27 Prozent. Die Stiftungen stellen also Geld (in der Regel jungen) Unternehmen zur Verfügung. Privaten Investoren bleibt diese direkte Investitionsmöglichkeit in der Regel verwehrt. Da junge Unternehmen in der Regel auch noch nicht über einen sicheren Cash-Flow verfügen, ist die Investition riskant. Wenngleich die Renditechancen, aufgrund des großen Wachstumspotenzial sehr hoch sind.

Bei Harvard war es 2019 auch die am besten abschneidende Assetklasse: Das Venture-Capital bracht der Universität laut Jahresbericht 2019 eine Rendite von 16 Prozent ein. Bei Yale konnte insbesondere aufgrund des Internetbooms um die Jahrtausendwende ein Gewinn über 20 Jahre von über 240 Prozent eingefahren werden. Wer trotz des erhöhten Risikos in Unternehmen direkt investieren möchte, kann dies in der Regel erst ab fünfstelligen Beträgen tun. Eine Alternative für nicht ganz so vermögende Anleger sind spezielle Fonds. Auch bei Liquid sind Investitionen in Private Equity möglich.

Absolute Return – Rettungsring bei fallenden Kursen

Wie Harvard und Yale investieren? Durch die Absolute Return Methode gleichzeitig auf steigende und fallende Kurse von Aktien setzen

Ein weiterer großer Posten in den Portfolios der US-amerikanischen Unis wird mit Absolute Return Strategien erwirtschaftet. Dabei können Absolute-Return-Strategien viele Variationen haben. Im Kern zielen diese Strategien darauf ab, Renditen zu erzielen, die weitgehend unabhängig von der Marktentwicklung sind. Ein möglicher Ansatz ist es auf attraktive Unternehmen long zu setzen und weniger attraktive Unternehmen durch Leerverkäufe zu shorten. Dadurch ist das Portfolio nicht mehr dem allgemeinen Marktrisiko ausgesetzt. Die Rendite hängt nun ausschließlich von den Fähigkeiten des Managements ab und nicht von der generellen Marktentwicklung. Der Investor trifft die Annahme, dass er attraktive und nicht attraktive Unternehmen voneinander unterscheiden kann. Zudem setzt er darauf, dass die Unterschiede mit der Zeit schwinden und die Preise wieder zu ihren „fairen“ Niveaus zurückfinden.

Ein einfaches Beispiel zur Absolute Return Strategie

In einem wirtschaftlichen Abschwung leiden Zykliker, also Unternehmen die Luxusgüter vertreiben (z.B. Automobilbranche, Premium-Kreuzfahrten) , oft mehr als die zuverlässigeren Nicht-Zykliker im selben Markt. Nicht Zykliker sind insbesondere Produkte es alltäglichen Bedarf wie Nahrungsmittel, Körperpflege oder Tabak (z.B. Walmart, Coca-Cola, Phillip Morris oder P&G). Eine bestehende Preisdifferenz (Spread) zwischen einem stark geschundenen Zykliker und einem gut durch die Krise gekommenen Nicht Zykliker wird sich daher in der Regel verringern. Entscheidend für den Erfolg von dieser Strategie ist allein der Blick auf die Entwicklung des Spreads. So kann auch im Fall einer insgesamt negativen Marktentwicklung eine positive Rendite erzielt werden. Dadurch ist das Portfolio durch Krisen besser geschützt und nicht mehr so anfällig. Umgesetzt wird die Strate­gie durch den gleichzeitigen Aufbau von Long-­Positionen (Kauf von z.B. Aktien oder Anleihen) und Short­-Positionen (z.B. durch Futures).

Häufig sind für den einzelnen Anleger hohe Gebühren und das sichere Erkennen von attraktiven und Nicht Attraktiven Unternehmen das Problem dieser Strategie. Das Management der Top-Unis hat hier durch größere Positionen und professionelles Management-gegenüber dem privaten Anleger einen Vorteil. Bei der Methode geht es also um die aktive Risikominimierung. In Yale betrug 2019 der Anteil des Investments in Absolute Return 23, in Harvard 14 (Wert für 2016) und in Stanford 22 Prozent.

Wie Harvard und Yale in Immobilien investieren

Die Harvard University hat 2019 nur einen geringen ihres Kapitals in Immobilien investiert. Es sind lediglich 8 Prozent. In Yale sind es ebenfalls nur 8 Prozent und in Stanford 10 Prozent. Im Fokus stehend bei unterschiedliche Gewerbeimmobilien und Wohngebäude. Auch, wenn man bei Harvard versucht sich aus den illiquiden Immobilieninvestments zurückzuziehen ist der CEO des Harvard Management Office dennoch von der überdurchschnittlichen Performance dieser Assetklasse überzeugt. Im Finanzreport 2019 gibt er drei Gründe an, weshalb er von einer Überperformance von Immobilien gegenüber dem Marktdurchschnitt überzeugt ist:

Erstens müssen Anleger für das größere Risiko von Immobilienanlagen entschädigt werden.

Zweitens müssen Anleger auch für die erhebliche Illiquidität entschädigt werden, die in der Regel mehrere Jahre in Anspruch nimmt, um diese Vermögenswerte zu veräußern.

Drittens bieten bestimmte Strategien auch einzigartige Möglichkeiten für signifikantes Alpha.

N.P. “Narv” Narvekar Chief Executive Office Harvard Management Company

Zumindest 2019 hat sich das Investment in Immobilien für Harvard ausgezahlt. Es war nach Venture Capital die am zweitbesten performende Assetklasse. Die Rendite betrug stolze 9,3 Prozent. Vielleicht lag es auch daran, dass bei Harvard das Immobilienportfolio zum Großteil von einem Spin-off der Harvard Management Company verwaltet wurde.

Natürliche Rohstoffe

Gold, Silber, Nutzwald, Getreide, Öl – dies Assetklasse natürlicher Rohstoffe ist groß. Harvard, Yale und Stanford investieren folgendermaßen in Rohstoffe: Bei Harvard lag der Anteil 2019 bei 4 %, Yale hatte 5,5 % im Portfolio und bei Stanford waren es 9 %. Bei Harvard schneidet diese Klasse seit einigen Jahren bereits nicht gut ab. Daher hat das Management reagiert und die Anteile in drei Klassen eingeteilt. Die schlechteste dieser Klassen ist seit mehreren Jahren negativ und es wurden bereits Verluste abgeschrieben. Wie man sieht, läuft also auch bei den Investmentprofis nicht immer alles rund.

Aktien – Inland, Ausland, Schwellenland

Etwa ein Viertel des Anlageportfolios der drei Top Unis steht für Aktieninvestments zur Verfügung. In den amerikanischen Markt investierte Harvard 11, Yale 7 und Stanford 2,75 Prozent. In alle sonstigen Aktienmärkten sind 19 Prozent des Kapitals aus Harvard investiert. Dem hingegen hat Yale 20 und Stanford 13,75 Prozent in ausländische Märkte investiert.

Am einfachsten wie Harvard und Yale investieren

Da der gemeine Privatanleger nicht über die Möglichkeiten verfügt wie es die großen Fondsmanager der US-amerikanischen Eliteunis tun, bleibt als am ehesten replizierbare Methode noch die Investition in Robo Advisors. Bei Robo Advisors sind bereits kleine Beträge ab 10 Euro monatlich invertierbar. Zudem sind die Kosten durch starken Wettbewerb mittlerweile sehr günstig. Ein weiterer Vorteil der Robo-Advisors ist Ihre Schnelligkeit. Da sie vollständig automatisiert sind, können sie unmittelbar auf das Marktgeschehen reagieren. Sie sind deshalb meist schneller als menschliche Berater. Ein weiterer Vorteil eines Robo-Advisors sind die geringen Mindestanlagesummen und Höhe der Sparpläne. So können schon ab 10 Euro Sparpläne abgeschlossen werden. Die meisten Robo-Advisors verfügen über eine benutzerfreundliche Software Oberfläche. Die Anlage ist mit wenigen Mausklicks möglich. Darüber hinaus verfügen Robo Advisor über transparente Kostenstrukturen, sodass leicht erkennbar ist, welche Kosten zu zahlen sind.

Ob ein Robo-Advisor sich für dich lohnen kann habe ich in einem kurzen Beitrag hier erörtert. Den Anbieter Growney habe ich hier etwas ausführlicher angesehen. Alternativ kannst du dein ETF Portfolio mit etwas mehr Wissen natürlich auch einfach selbst erstellen. Für den Aufbau deines Portfolios solltest du zunächst die Frage klären, inwiefern du aktives Risikomanagement betreiben möchtest, oder doch eher die Sachen einfach laufen lassen willst. Ein paar Gedankenanstöße dazu findest du eventuell hier. Ein Leitfaden zu Erstellen eines einfach strukturierten Pantoffel-Portfolios findest du hier.

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Vergleich

Titelbild: Durch Robo Advisors wie die Profis investieren | Bild: © Harvard University (Link zur Webseite)

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