Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?

Bei einem Pfändungsschutz-Konto oder P-Konto ist der monatliche Geldeingang auf den Freibetrag begrenzt. Die landläufige Meinung ist, dass Geld auf dem P-Konto oberhalb des Pfändungsfreibetrages sofort gepfändet wird. Aber das stimmt nicht. Das Geld wird nämlich erst auf ein Auskehrungskonto umgebucht. Das Auskehrungskonto ist ein Unterkonto des Pfändungsschutzkontos. In diesem Artikel erfährst du, was mit zuviel Geld auf dem P-Konto passiert und ab wann kein Pfändungsschutz mehr besteht.

Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?

Wenn du den Freibetrag auf dem P-Konto überschritten hast, sendet die Bank das Geld nicht direkt an den Gläubiger. Stattdessen wandert das Geld oberhalb des Freibetrages in einen separaten Topf. Dies geschieht über das bereits angesprochene Auskehrungskonto. Dieser Topf wird in den nächsten Monat übertragen und dann als Einkommen auf das P-Konto ausbezahlt. Damit ist das Einkommen im Folgemonat erneut über dem Freibetrag (es sei denn du hast nun weniger Einnahmen) und die Differenz wird wieder einbehalten.

Das geht solange weiter, bis das Geld auf dem Auskehrungskonto selbst den Freibetrag überschreitet. Erst dann ist zuviel Geld auf dem P-Konto und die Bank pfändet den Überschuss. Da die Pfändung durch das Verschieben des Geldes ein zusätzliches Unterkonto aufgeschoben wird, spricht man auch von einem Zahlungs-Moratorium oder Zahlungsaufschub. Die rechtliche Grundlage für den Zeitpunkt „zuviel Geld auf dem P-Konto“ liefern die Paragrafgen 835 ZPO und 850k ZPO, die das gerade Erklärte in feinstem Juristendeutsch darstellen.

Ein einfaches Beispiel was mit zuviel Geld auf dem P-Konto passiert

Wenn du zum Beispiel einen Freibetrag von 1.179,99 € und ein Einkommen von 1.900 € netto hast, fließen im ersten Monat 720,01 € (1.900 € -1179,99€) auf das Auskehrungskonto. Die Bank bezahlt dann nur den Freibetrag über 1179,99€ auf dein P-Konto aus.

Im zweiten Monat bei gleichem Verdinest fließen erneut 720,01 € auf das Auskehrungskonto. Du erhältst abermals 1179,99 € aufs P-Konto. Allerdings sind nun insgesamt 1440,02 € (2 x 720,01 €) auf dem Auskehrungskonto, was oberhalb des Freibetrags von 1179,99 € liegt. Daher zahlt die Bank die Differenz von 260,03 € (1.440,02 € – 1179,99 €) an den Gläubiger aus.


Wenn der P-Konto Geldeingang höher als der Freibetrag ist

Wenn der P-Konto Geldeingang höher als der Freibetrag ist, fließt das Geld zunächst in einen separat geführten Geldtopf. Dies ist das Auskehrungskonto. Die Bank pfändet das überschüssige Geld also nicht sofort. Stattdessen sammelt die Bank das Geld erst in dem separaten Geldtopf an. Erst wenn dieser Geldtopf den Freibetrag überschreitet, pfändet die Bank das Geld.

Dabei ist das Geld auf das Auskehrungskonto zunächst vom Zugriff der Gläubiger geschützt. Allerdings kannst du selbst auch nicht darauf zugreifen. Stattdessen wird es dir im Folgemonat als Einkommen „ausbezahlt“. Wenn du im Folgemonat unterhalb des Freibetrags liegst, wird dein Einkommen durch das Geld aus dem Auskehrungskonto bis zum Freibetrag aufgestockt. Der Rest verbleibt auf dem Auskehrungskonto .

Auf das separte Auskehrungskonto können weder Schuldner noch Gläubiger zugreifen. Er dient einzig der Absicherung des Schuldners, falls sein Einkommen in den nächsten Monaten sinkt.

Wenn du im Folgemonat erneut einen Geldeingang oberhalb des Pfändungsfreibetrags auf dem P-Konto hast, erhöht sich die Summe auf dem Auskehrungskonto solange, bis die Geldmenge den Freibetrag übersteigt. Diesen Überschuss bezahlt die Bank an den Gläubiger aus. Somit ist der doppelte Freibetrag (auf dem P-Konto als monatlich geschützter Geldeingang + der Puffer auf dem Auskehrungskonto) vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. Du selbst kannst aber nur über den einfachen Freibetrag verfügen, da weder Schuldner noch Gläubiger Geld vom Auskehrungskonto abheben können.

Die folgende Grafik veranschaulicht was passiert, wenn der Geldeingang auf dem P-Konto höher als der Freibetrag ist

Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?
Wenn der P-Konto Geldeingang höher als der Freibetrag ist, wird das Geld erst an den Gläubiger ausbezahlt, wenn das Auskehrungskonto den Freibetrag überschreitet.
Was passiert mit Geld über dem Freibetrag beim P-Konto?

Wenn du im Folgemonat erneut einen Geldeingang oberhalb des Pfändungsfreibetrags auf dem P-Konto hast, erhöht sich die Summe auf dem Auskehrungskonto solange, bis die Geldmenge den Freibetrag übersteigt. Erst dieser Überschuss wird an den Gläubiger ausbezahlt. Somit ist der doppelte Freibetrag vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. Du selbst kannst aber nur über den einfachen Freibetrag verfügen.

P-Konto Freibetrag überschritten: Wie komme ich an mein Geld?

Wenn der Freibetrag beim P-Konto überschritten ist, fließt das Geld auf das Auskehrungskonto. Weder du noch der Gläubiger hat darauf Zugriff. Über das Geld aus diesem Geldtopf kannst du erst verfügen, wenn deine monatlichen Einnahmen unterhalb des Freibetrags liegen. Alternativ kannst du einen Antrag auf Erhöhung des Freibetrags stellen um an dein Geld aus dem Auskehrungskonto im Folgemonat zu kommen.

Wie viel Geld darf man auf einem P-Konto haben

Auf einem P-Konto darf man nur den Freibetrag an Geld haben. Höhere Geldeingänge wandern auf das Auskehrungskonto. Die Freibeträge findest du in der Tabelle auf der Seite P-Konto Info.

Wann geht das Geld auf dem P-Konto an den Gläubiger?

Das Geld auf dem P-Konto geht an den Gläubiger, wenn der zurückgehaltene Betrag auf dem Auskehrungskonto den Freibetrag überschreitet. Auf diesem Konto wird das Geld oberhalb des Freibetrags zunächst angesammelt, bevor es ausbezahlt wird. Somit steht dir einmal der Freibetrag auf dem P-Konto zum Leben zur Verfügung, zum anderen bildet die Bank aus Überschüssen eine Rücklage bis zur Höhe des Freibetrags auf dem Auskehrungskonto . Erst wenn der Freibetrag auf dem Auskehrungskonto erneut überschritten wird fließt das Geld auf dem P-Konto an den Gläubiger.

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