Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto? (Alle Möglichkeiten)

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Bei einem Pfändungsschutz-Konto oder P-Konto ist der monatliche Geldeingang auf den Freibetrag begrenzt. Die landläufige Meinung ist, dass Geld auf dem P-Konto oberhalb des Pfändungsfreibetrages sofort gepfändet wird. Aber das stimmt nicht. Das Geld wird nämlich erst auf ein Auskehrungskonto umgebucht. Das Auskehrungskonto ist ein Unterkonto des Pfändungsschutzkontos. In diesem Artikel erfährst du, was mit zuviel Geld auf dem P-Konto passiert und ab wann kein Pfändungsschutz mehr besteht. Zudem behandeln wir hier auch das Thema, unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den Folgemonat zu übertragen. Hierzu gibt es ab Dezember 2021 eine geänderte Rechtsprechung, welche vorteilhaft für Schuldner ist. Zudem werden die beiden Themen oftmals verwechselt.

Es gibt 2 ähnliche Fälle mit unterschiedlicher Rechtsprechung die bei der Fragestellung „Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?“ leicht verwechselt werden können:

Ist der P-Konto-Freibetrag überschritten, wird es meistens brenzlig und schnelles aber bedachtes Handeln ist erforderlich. Wenn du wissen möchtest, welche Möglichkeiten du hast, um an dein Geld zu kommen, erfährst du im Beitrag P-Konto Freibetrag überschritten: „Wie komme ich an mein Geld?“. Du erhältst dort Handlungs-Empfehlungen sowie Abschätzungen der Risiken zu der Frage „Wie komme ich an mein Geld?“, wenn der P-Konto-Freibetrag überschritten ist. Du erfährst dort, welche Schalter, du wie umlegen kannst, um an dein Geld zu kommen.

Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?

Wenn du den Freibetrag auf dem P-Konto überschritten hast, sendet die Bank das Geld nicht direkt an den Gläubiger. Stattdessen wandert das Geld oberhalb des Freibetrages in einen separaten Topf – das Auskehrungskonto. Hier ist das Geld vor dem Zugriff der Gläubiger noch geschützt. Allerdings kannst du als Schuldner ebenfalls nicht darauf zugreifen. Das Guthaben des Auskehrungskontos wird im nächsten Monat als Einkommen auf das P-Konto ausbezahlt. Wenn damit das Einkommen im Folgemonat erneut über dem Freibetrag ist, behält die Bank die Differenz über das Auskehrungskonto ein. Wenn sich dein Einkommen nicht verringert überschreitet das Auskehrungskonto den Freibetrag also irgendwann. Rechtlich gilt dies als „zu viel Geld auf dem P-Konto“ und daher bezahlt die Bank den Überschuss dann an die Gläubiger aus.

Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto? – Antwort in 2 Sätzen

Wenn du in einem Monat mehr Geld erhältst als den P-Konto Freibetrag, wird das Geld im Folgemonat zunächst für beide Parteien auf dem Auskehrungskonto gesperrt. Erst, wenn der Betrag auf dem Auskehrungskonto den Freibetrag überschreitet, geht das Geld an den Gläubiger.

Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?
Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto? Wenn der P-Konto Geldeingang höher als der Freibetrag ist, wird das Geld erst an den Gläubiger ausbezahlt, wenn das Auskehrungskonto den Freibetrag überschreitet – nicht das P-Konto selbst. Auf diesem bleibt das Geld zunächst noch geschützt.

Fließt das überschüssige Geld direkt an die Gläubiger ab?

Erst wenn das Auskehrungskonto mehr Guthaben als der Freibetrag aufweist, ist zuviel Geld auf dem P-Konto und die Bank pfändet den Überschuss. Da die Pfändung durch das Verschieben des Geldes in ein zusätzliches Unterkonto aufgeschoben wird, spricht man auch von einem Zahlungs-Moratorium oder Zahlungsaufschub. Die rechtliche Grundlage für den Zeitpunkt „zu viel Geld auf dem P-Konto“ liefern die Paragrafgen 835 ZPO und 850k ZPO, die das gerade Erklärte in feinstem Juristendeutsch darstellen.

Um den Abfluss des überschüssigen Geldes zu vermeiden, kannst du einen höheren Freibetrag beantragen (P-Konto Formular), deine Einnahmen senken oder ein Neues Konto trotz Pfändung eröffnen, dass für deine nicht lebensnotwendigen Ausgaben dient.

Ein einfaches Beispiel was mit zuviel Geld auf dem P-Konto passiert

Wenn du zum Beispiel einen Freibetrag von 1.340 € und ein Einkommen von 2.100 € netto hast, fließen im ersten Monat 760 € auf das Auskehrungskonto. Die Bank bezahlt dann nur den Freibetrag über 1.340 € auf dein P-Konto aus.

Im zweiten Monat bei gleichem Verdienst fließen erneut 760 € auf das Auskehrungskonto. Du erhältst abermals 1.340 € aufs P-Konto für deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Allerdings sind nun insgesamt 1.520 € (2 x 760 €) auf dem Auskehrungskonto, was oberhalb des Freibetrags von 1.340 € liegt. Daher zahlt die Bank die Differenz von 180 € (1.520 € – 1.340 €) an den Gläubiger aus.

Im Beitrag P-Konto eröffnen: Infos, Tipps und Tricks findest du eine aktuelle Pfändungstabelle. Hier kannst du ablesen, welche Beträge auf dem Pfändungsschutzkonto geschützt werden können.


Was passiert wenn der P-Konto Geldeingang höher als der Freibetrag ist?

Wenn der P-Konto-Geldeingang höher als der Freibetrag ist, fließt das Geld zunächst in einen separat geführten Geldtopf. Dies ist das Auskehrungskonto. Die Bank pfändet das überschüssige Geld also nicht sofort. Stattdessen sammelt die Bank das Geld erst in dem separaten Geldtopf an. Erst wenn dieser Geldtopf den Freibetrag überschreitet, pfändet die Bank das Geld.

Dabei ist das Geld auf das Auskehrungskonto zunächst vom Zugriff der Gläubiger geschützt. Allerdings kannst du selbst auch nicht darauf zugreifen. Stattdessen wird es dir im Folgemonat als Einkommen „ausbezahlt“. Wenn du im Folgemonat unterhalb des Freibetrags liegst, wird dein Einkommen durch das Geld aus dem Auskehrungskonto bis zum Freibetrag aufgestockt. Der Rest verbleibt auf dem Auskehrungskonto.

Auf das separate Auskehrungskonto können weder Schuldner noch Gläubiger zugreifen. Er dient einzig der Absicherung des Schuldners, falls sein Einkommen in den nächsten Monaten sinkt.

Wenn du im Folgemonat erneut einen Geldeingang oberhalb des Pfändungsfreibetrags auf dem P-Konto hast, erhöht sich die Summe auf dem Auskehrungskonto solange, bis die Geldmenge den Freibetrag übersteigt. Diesen Überschuss bezahlt die Bank an den Gläubiger aus. Somit ist der doppelte Freibetrag (auf dem P-Konto als monatlich geschützter Geldeingang + der Puffer auf dem Auskehrungskonto) vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. Du selbst kannst aber nur über den einfachen Freibetrag verfügen, da weder Schuldner noch Gläubiger Geld vom Auskehrungskonto abheben können.

Die folgende Grafik – welche weiter oben schonmal eingeblendet war – veranschaulicht, was passiert, wenn der Geldeingang auf dem P-Konto höher als der Freibetrag ist.

Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?
Wenn der P-Konto Geldeingang höher als der Freibetrag ist, wird das Geld erst an den Gläubiger ausbezahlt, wenn das Auskehrungskonto den Freibetrag überschreitet.

Guthaben auf dem P-Konto unterhalb des Pfändungsfreibetrages in den nächsten Monat übertragen

Du kannst unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den nächsten Monat übertragen. Dies ist das zweite Thema dieses Beitrags, welches du nicht mit ersterem verwechseln solltest. Es handelt sich dabei in gewisser Weise ebenfalls um „zuviel Geld auf dem P-Konto“ – denn du hast mehr Geld als du zum Leben in einem Monat benötigt auf dem P-Konto. Der Unterschied zum ersten Fall liegt darin, dass du beim Verschieben von Guthaben in den nächsten Monat unterhalb des Freibetrags bleibst. Du verbrauchst also lediglich geschütztes Geld. Das sollte doch kein Problem sein, da das Geld durch den Freibetrag geschützt ist? Leider ist die Sache nicht ganz so einfach. Wenn du Guthaben auf dem P-Konto unterhalb des Pfändungsfreibetrages in den nächsten Monat übertragen möchtest funktioniert das so:

Unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den nächsten Monat hinübernehmen - Ohne Abführung an Schuldner bis 3 Monate
Zuviel Geld auf dem P-Konto? Der Gesetzgeber erlaubt seit Dezember 2021 einen Übertrag in 3 Folgemonate.

Du kannst Geld auf dem P-Konto Betrag nur maximal 3 Mal in den Folgemonat übertragen. Das übertragene Geld ist dann jeweils zum Beginn des folgenden Monats verfügbar. Diese Grenze gilt auch für Guthaben unterhalb des Pfändungsfreibetrages. Wenn du das Geld zum vierten Mal in den Folgemonat überträgst wird es gepfändet – Obwohl dein Einkommen unterhalb des Pfändungsfreibetrags lag. Wann das Geld verfügbar ist, wenn du den P-Konto Freibetrag überschritten hast, erfährst du im verlinkten Beitrag.

Unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den nächsten Monat hinübernehmen - Mit Abführung an Schuldner wenn öfter als 3x über Monatsgrenze transferiert wird
Ab dem vierten Monat wird das übertragene Geld gepfändet. Obwohl es sich um geschütztes Guthaben handelt, empfindet der Gesetzgeber es als „zuviel Geld auf dem P-Konto“

Neue Regelung seit dem 1.12.2021

Wenn du zwei Gehaltseingänge in einem Monat erhältst (zum Beispiel wegen verspäteter Zahlung) wird das Geld oberhalb des Freibetrags zunächst gesperrt. Allerdings kannst du das Geld in den folgenden 3 Monaten noch verbrauchen, wenn du hier unterhalb des Freibetrags bleibst.

Diese Regelung gilt seit dem 1.12.2021 und ist im § 899 Abs. 2 Satz 1 ZPO zu finden. Mit der alten Regelung (vor dem 1.12.2021) nach § 850k Abs.1 Satz 3 ZPO war das Ansparen sogar nur für den folgenden Monat möglich. Mit der neuen Regelung wird es für Schuldner einfacher, eine Rücklage anzusparen. Zudem bist du als Schuldner auch bei einem doppelten Gehaltseingang in einem Monat besser geschützt (zum Beispiel aufgrund verspäteter Zahlung). Du kannst das doppelte Gehalt nämlich nun 3 Monate lang übertragen, statt bisher nur einen Monat. Dennoch ist es empfehlenswert, das Geld abzuheben, da es beim Übertrag in die Folgemonate schon oftmals zu Fehlern seitens der Bank gekommen ist.

In diesem Beitrag findest du einfach zu verstehende Erklärungen, was bei einem 2-fachen Gehaltseingang in einem Monat passiert. Hierzu kann es aufgrund einer verspäteten Lohnzahlung deines Arbeitgebers im Folgemonat kommen. Du solltest die Rahmenbedingungen kennen, da eine doppelte Gehaltszahlung zur Pfändung von eigentlich geschütztem Guthaben führen kann.
Achtung beim übertragen von unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den nächsten Monat.
Vorsicht beim Guthabenübertrag über Monatsgrenzen hinweg beim P-Konto!

Achtung: Beim Übertragen von unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto in den nächsten Monat. Ab dem vierten Geldübertrag in den Folgemonat pfändet die Bank auch geschütztes Guthaben! In unserem Beispiel wird der Übertrag von Monat 1 auf Monat 2 in Höhe von 50 € beim Monatswechsel von Monat 4 zu Monat 5 gepfändet, da er bereits dreimal zuvor schon übertragen wurde.

Beispiel zum Übertrag von Guthaben auf dem P-Konto unterhalb des Pfändungsfreibetrages in den nächsten Monat

Petra Keller ist Single und hat keine weiteren Unterhaltsverpflichtungen. Sie besitzt ein P-Konto und möchte Rücklagen für eine neue Waschmaschine bilden, da die alte bereits merkwürdige Geräusche beim Schleudern macht. Laut Pfändungstabelle stehen Petra 1.340 € an Freibetrag. Petra arbeitet bei einer Gebäude-Reinigung. Ihr Einkommen beträgt 1.100 € monatlich. Damit liegt Petra unterhalb des Pfändungsfreibetrages und muss kein Einkommen an Gläubiger abtreten.

Guthaben für eine Anschaffung eine Waschmaschine mit dem P-Konto ansparen? Ein heikles Unterfangen, bei dem schnell gepfändet werden kann.
Guthaben für eine Anschaffung eine Waschmaschine mit dem P-Konto ansparen? Ein heikles Unterfangen, bei dem schnell gepfändet werden kann

Wenn Petra sich nun eine Waschmaschine anschaffen möchte, kann sie jeden Monat hierfür etwas Geld zurücklegen. Allerdings sollte Petra nicht zu lange mit dem Kauf warten. Denn wenn das Geld öfter als dreimal in den nächsten Monat übernommen, pfändet es die Bank. In untenstehender Tabelle wird ersichtlich, dass Petra bei einer monatlichen Ansparung von 50 € maximal 200 € an Guthaben für die Waschmaschine ansparen kann. Denn alles darüber pfändet die Bank. Es ist allerdings nach alter wie nach neuer Regelung empfehlenswert, das Geld am Monatsende sofort abzuheben, um Probleme beim Ansammeln von Guthaben auf dem P-Konto zu vermeiden.

Vorsicht beim Ansammeln von Guthaben auf dem P-Konto

Rechtlich ist es möglich, Guthaben auf dem Pfändungsschutzkonto anzusammeln und nach neuer Regelung ab 1.12.2021 drei Monate lang in den Folgemonat zu übertragen. Dies siehst du in untenstehender Tabelle. Allerdings kommt es auch nach neuer Regelung bei der vierten Übertragung in den Folgemonat zu einer Abführung des Geldes an die Gläubiger. Vorausgesetzt, die Bank ist ehrlich zu dir und kennt die Regeln. Aber dazu später mehr.

In der Tabelle ist die Übertragung von Guthaben auf dem P-Konto in den Folgemonat dargestellt.

  

Monat 1

Übertragenes Guthaben in Folgemonat:
50 €
Davon gepfändet:

0 €

Summe angespartes Guthaben am Monatsende:

50 €

Monat 2

Übertragenes Guthaben in Folgemonat:
50 €
Davon gepfändet:

0 €

Summe angespartes Guthaben am Monatsende:

100 €

Monat 3

Übertragenes Guthaben in Folgemonat:
50 €
Davon gepfändet:

0 €

Summe angespartes Guthaben am Monatsende:

150 €

Monat 4

Übertragenes Guthaben in Folgemonat:
50 €
Davon gepfändet:

0 €

Summe angespartes Guthaben am Monatsende:

200 €

Monat 5

Übertragenes Guthaben in Folgemonat:
50 €
Davon gepfändet:

50 €

Summe angespartes Guthaben am Monatsende:

200 €

Monat 6

Übertragenes Guthaben in Folgemonat:
50 €
Davon gepfändet:

50 €


100 € (in Summe)

Summe angespartes Guthaben am Monatsende:

200 €

Wenn du allerdings im ersten Monat 50 € übertragen möchtest und in den folgenden 3 Monaten erneut 50 € in den Folgemonat übertragen möchtest, kann es Irritationen geben, ob die 50 € nun aus dem ersten, zweiten, dritten oder vierten Monat sind. Technisch kann die Bank den Ursprung des Geldes über das FIFO Prinzip (First in First out) zwar problemlos feststellen, allerdings gab es beim Commerzbank P-Konto in der Vergangenheit diesbezüglich immer wieder Probleme. Dabei führte die Commerzbank das Geld zu früh an die Gläubiger ab. Wie bereits beschrieben gilt auch nach der neuen Regelung:

Es ist empfehlenswert, das Geld vor dem Monatswechsel abzuheben, um Probleme beim Übertrag von Guthaben in den Folgemonat beim P-Konto zu vermeiden.

In der Vergangenheit hat die Bank oftmals zu früh Geld an die Gläubiger abgeführt. Sobald der Zahlungsaufschub vorbei war, kehrten manche Banken den kompletten Überschuss an die Gläubiger aus. Obwohl die Beträge in Wirklichkeit aus dem zweiten Monat (es galt noch die alte Regelung) stammten.

Die rechtliche Lage ist eindeutig. Dennoch halten sich nicht alle Banken an die Regelungen beim P-Konto. Wenn du dich jetzt also fragst, bei welcher Bank du ein für ein P-Konto ohne Bedenken eröffnen kannst, findest du in einem anderen Artikel unsere P-Konto Bestenliste.

Was passiert mit zu viel Geld auf P-Konto ohne Pfändung?

Du kannst auch ohne Pfändung ein P-Konto haben, wenn du den Pfändungsschutz vorsorglich beantragt hast oder das P-Konto nach Befriedigung der Gläubiger weiter bestehen lässt. Wenn keine Pfändung auf dem P-Konto vorliegt, kannst du in voller Höhe über dein gesamtes Geld verfügen. Daher passiert nichts, wenn du (ohne Pfändung) zu viel Geld auf dem P-Konto hast.

Unmittelbar vor einer erwarteten Pfändung ist ein P-Konto (ohne Pfändung) sinnvoll

Wenn du eine Pfändung erwartest, ergibt es Sinn, dass du dich auf die Situation vorbereitest und vorab ein P-Konto eröffnest oder dein bestehendes Konto in ein P-Konto umwandelst. So entgehst du später der unangenehmen Situation, ein neues Konto trotz Pfändung eröffnen zu müssen.

Nach abgeschlossener Pfändung sollte das P-Konto (ohne Pfändung) aufgelöst werden

Wenn die Befriedigung der Gläubiger allerdings abgeschlossen ist, solltest du das P-Konto auflösen oder in ein normales Girokonto zurückwandeln lassen. Ein P-Konto ohne Pfändung ist dann nicht mehr sinnvoll, da die Funktionalität des Kontos eingeschränkt ist.

Wenn du zu viel Geld auf dem P-Konto hast, kannst du trotz Pfändung dein Geld schützen

Wenn du zu viel Geld auf deinem P-Konto hast, solltest du dir Gedanken darüber machen, wie du es vor dem Zugriff der Gläubiger schützen kannst. Dadurch gerätst du selbst nicht in finanzielle Not.

Im Artikel „Pfändungsschutz Konto eröffnen: Neues Konto trotz Pfändung eröffnen?“ erfährst du einen alternativen Weg wie du vorgehen kannst, um dein Geld vor dem Zugriff von Gläubigern in Sicherheit zu bringen. Im verlinkten Artikel findest du auch eine Anleitung, wie du mithilfe von P-Konten von Paycenter* oder N26* ein P-Konto trotz Schulden eröffnen kannst. Die Vor- und Nachteile von Banken, die P-Konten auch ohne Schufa Prüfung anbieten, findest du im Artikel „P-Konto eröffnen – Welche Bank?

Insbesondere wenn deine Hausbank den Eröffnungsantrag zum P-Konto bereits abgelehnt hat, findest du in den beiden Artikeln „Neues Konto trotz Pfändung eröffnen?“ und „P-Konto eröffnen – Welche Bank? alternative Möglichkeiten mit Girokonten ohne Schufa Anbindung.

Wann geht das Geld auf dem P-Konto an den Gläubiger?

Um die Frage „Wann geht das Geld auf dem P-Konto an den Gläubiger?“ zu beantworten, müssen folgende Fälle unterschieden werden:

  1. Dein Geldeingang auf dem Pfändungsschutzkonto ist höher als der Freibetrag. Z.B. hast du 2.100 € Einkommen und einen Freibetrag von 1.340 € (Freibetrag 2022 für Singles ohne Unterhaltsverpflichtungen). Hierbei geht der Überschuss oberhalb des Freibetrags zunächst auf das Auskehrungskonto, wo er „zwischen geparkt“ wird. Erst wenn das Auskehrungskonto den Freibetrag überschreitet, geht das Geld an den Gläubiger. Hierbei handelt es sich um Moratoriums-Beträge nach § 900 Abs. 1 und 2 ZPO.
  2. Aber auch wenn du unverbrauchtes Guthaben auf dem P-Konto unterhalb des Pfändungsfreibetrages in den folgenden Monat übertragen möchtest musst du aufpassen. Denn beim vierten Übertrag in den Folgemonat geht das Geld auf dem P-Konto an den Gläubiger. Ein Beispiel hierfür ist eine Person mit einem Einkommen von 1.100 €, die sich monatlich 50 € anspart. Wenn diese Person im Januar anfängt 50 € auf dem P-Konto zu belassen, wird der Betrag im Februar, März und April nicht gepfändet. Nimmt sie allerdings die 50 € mit in den Mai hinüber, gehen das Geld an den Gläubiger. Rechtlich gesehen handelt es sich hierbei um Übernahmebeträge nach § 899 Abs. 2 ZPO.
Im eingebetteten Beitrag findest du eine Antwort, wann das Geld an den Gläubiger geht. Wir betrachten beim Geldabfluss an den Gläubiger die unterschiedlichen Randbedingungen von Moratoriums-Beträgen und Übernahmebeträgen.

P-Konto Geldeingang höher als Freibetrag: Was tun?

Wenn der Geldeingang auf dem P-Konto höher ist, als der Freibetrag fließt das Geld in spätestens 2 Monaten an den Gläubiger ab. Um dies zu vermeiden, könntest du:

  • Deine Einnahmen reduzieren und weniger arbeiten, denn das überschüssige Geld steht dir ohnehin nicht zur Verfügung
  • Deinen Freibetrag erhöhen. Hierzu fragst du bei deiner Bank nach dem P-Konto Formular und füllst es am besten gemeinsam mit einer Schuldnerberatung aus.
  • Zudem könntest du auch noch ein Neues Konto trotz Pfändung eröffnen. Wenn es sich um ein Konto ohne Schufa handelt, werden andere Gläubiger darüber nicht informiert. Dieses Konto nutzt du für alle nicht lebensnotwendigen Ausgaben, oder um Geld für einen späteren Vergleich mit den Gläubigern vor Gericht schnell bezahlen zu können. Die Vorgehensweise solltest du mit einer Schuldnerberatung vorher besprechen.
  • Weitere Tipps und mehr Hintergründe und Grafiken findest du im Beitrag P-Konto Freibetrag überschritten: „Wie komme ich an mein Geld“?

Schnell beantwortet: Verwandte Fragen zum Thema „Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto“

Was passiert mit Geld über dem Freibetrag beim P-Konto?

Wenn du im Folgemonat erneut einen Geldeingang oberhalb des Pfändungsfreibetrags auf dem P-Konto hast, erhöht sich die Summe auf dem Auskehrungskonto solange, bis die Geldmenge den Freibetrag übersteigt. Erst dieser Überschuss wird an den Gläubiger ausbezahlt. Somit ist der doppelte Freibetrag vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. Du selbst kannst aber nur über den einfachen Freibetrag verfügen.

P-Konto Freibetrag überschritten: Wie komme ich an mein Geld?

Wenn der Freibetrag beim P-Konto überschritten ist, fließt das Geld auf das Auskehrungskonto. Weder du noch der Gläubiger hat darauf Zugriff. Über das Geld aus diesem Geldtopf kannst du erst verfügen, wenn deine monatlichen Einnahmen unterhalb des Freibetrags liegen. Alternativ kannst du einen Antrag auf Erhöhung des Freibetrags stellen, um an dein Geld aus dem Auskehrungskonto im Folgemonat zu kommen.

Wie viel Geld darf man auf einem P-Konto haben

Auf einem P-Konto darf man nur den Freibetrag an Geld haben. Höhere Geldeingänge wandern auf das Auskehrungskonto. Die aktuellen Freibeträge findest du in dieser Pfändungstabelle auf der Seite „P-Konto eröffnen: Infos, Tipps und Tricks“

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12 Gedanken zu „Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto? (Alle Möglichkeiten)“

  1. Hallo
    Habe Anfang November mehr Gehalt bekommen und bin über mein P-Konto-Freibetrag gekommen. Mit dem Dezembergehalt war natürlich wieder mehr Geld auf dem Konto als mein Freibetrag. Die Monate vor November war mein Konto entweder gleich Null gewesen oder gerade bei 20€. Nun habe ich gerade gesehen, dass die Bank (Sparkasse) dem Gläubiger Geld überwiesen hat. Wenn ich aber hier euren Beitrag („ Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto? (Alle Möglichkeiten)“) richtig verstanden habe, darf die Bank dem Gläubiger ja noch nicht das Geld überweisen, sondern erst auf ein Auskehrungskonto zurücklegen bis diese auch höher liegt, als mein Freibetrag. Nun hat die Bank aber das Geld an die Gläubiger überwiesen, obwohl dieser Überschuß noch gar nicht über mein Freibetrag liegt.
    Kann die Bank das? Was kann ich dagegen tun?
    Wie kann ich diesen Paragrafen Moratoriums-Beträge nach § 900 Abs. 1 und 2 ZPO verstehen?
    Vielen Dank

    Jay

    Antworten
    • Hallo Jay,

      -Achtung, ich bin kein Anwalt, und dies ist keine Rechtsberatung!!-

      mein Verständnis ist folgendes: es ist gesetzlich geregelt (§ 900 Abs. 1 ZPO), dass die Bank im Folgemonat nach Eingang der Summe nichts an den Gläubiger auszahlen darf. Daher spricht man von einem Zahlungs-Moratorium.

      Der § 900 Abs. 2 ZPO erweitert dann den Schutzzeitraum. Denn ich deute den Paragraf so, dass Überschüsse aus dem ersten Monat zum Guthaben des Folgemonats erklärt werden.

      Daher dürfte das Vorgehen der Bank in deinem Fall tatsächlich nicht legitim sein. Vielleicht kannst du dort mal nachfragen, ob das Geld wirklich an den Gläubiger ausgezahlt oder doch nur hinterlegt wurde.

      Wenn es sich nicht klären lässt, kannst du dich an einen Anwalt für Schulden wenden.

      Grüße Sascha

      Antworten
  2. Hallo
    Hab 1000 euro zuviel auf mein P-Konto kann ich bei der Bank erfragen ob ich eine pfändung drauf habe und ob man den betrag von den 1000 euro ausgeleichen kann der zuviel ist ?

    Antworten
    • Hallo Saskia, es macht in deinem Fall wohl Sinn erstmal die Randbedingungen zu klären. Sprich, du solltest in Erfahrung bringen, ob du eine Pfändung hast oder nicht. Wenn du keine hast passiert mit dem überschüssigen Geld auf dem P-Konto nämlich auch nichts.

      Wenn du allerdings eine Pfändung hast steht natürlich wieder die Frage „Was passiert mit zuviel Geld auf dem P-Konto?“ im Raum. Folgendes passiert dann:

      „Wenn du in einem Monat mehr Geld erhältst als den P-Konto Freibetrag, wird das Geld im Folgemonat zunächst für beide Parteien auf dem Auskehrungskonto gesperrt. Erst, wenn der Betrag auf dem Auskehrungskonto den Freibetrag überschreitet, geht das Geld an den Gläubiger.“

      Ein Ausgleich wird in diesem Fall nicht möglich sein, aber Fragen kostet ja bekanntlich nichts.

      Antworten
  3. Hallo, ich bekomme Vesorgungsbezüge und jeden Monat geld für eine Ausbildung von 2 verschiendenen Arbeitgebern des weiteren Trennungsgeld und Pauschalen.
    Dazu Versorgungsbezüge 1997,48€und 1190€ Ausbildungsgehalt und jeden Monat ca noch 150€ an Trennungsgeld wieviel wird mir zustehen ? Pkonto ist eingerrichtet und Wohlverhaltensphase hat jetzt gerade begonnen neu ist es das ich aber 2 Gehälter bekomme wie verhält sich das wieviel würde mir mit Pkonto zustehen ? danke für die Antwort schonmal im Voraus mfg

    Antworten
    • Hallo, wenn es keine weiteren Freibeträge gibt, erhältst du den Grundfreibetrag, der aktuell bei 1340 Euro liegt. Ob das Einkommen aus einer Quelle oder wie bei dir aus mehreren stammt spielt keine Rolle.
      -Keine Rechtsberatung-

      Antworten
  4. Meine Frage,,, kann ich als P Konto Inhaber noch ein zusätzliches Konto eröffnen ,, damit mir mein Lohn wenn es die Grenze überschreitet, nicht genommen wird

    Antworten
    • Hallo Sylvia,

      Es möglich, wenn es sich um ein Konto ohne Schufa Prüfung handelt.

      Allerdings:
      Es ist jedoch rechtlich zumindest eine Grauzone und es könnte vor Gericht als Vereitelung gewertet werden. Das passiert meines Wissens nach aber selten, da eigentlich keiner von dem Konto weiß, wenn es nicht „an die große Glocke gehängt“ wird

      Schau auch mal unter dem Punkt „2. Lohn in Bar auszahlen lassen oder auf ein schufafreies Konto bei einer anderen Bank umleiten“ unter https://konto-kredit-vergleich.de/p-konto-freibetrag-ueberschritten-wie-komme-ich-an-mein-geld/

      Da ist noch etwas ausführlicher erklärt, wann eine Vereitelung droht und wann
      nicht.

      Wenn du ein reguläres Konto zu eröffnen versuchst (mit Schufa Abfrage) wird dies allerdings sofort abgeleht, wenn die Bank die Pfändung in der Schufa sieht.

      Danke für die Frage!

      LG Sascha

      Antworten
  5. aktuelle frage : was passiert wenn der staat hilfen anschiebt , bsw 300 € für jeden, aber man hat bereits ein p konto ? ist das gelddann verfügbar oder wird es direkt gepfändet?

    Antworten
    • Hinsichtlich der der Energiepauschale über 300 € muss aktuell leider noch etwas abgewartet werden. Die Unpfändbarkeit ist -leider-nicht im Gesetz verankert. Allerdings gehe ich davon aus, dass es zu einem Urteil kommen wird dass diese 300 € nicht gepfändet werden dürfen. Bei der Corona Hilfe gab es ähnliche Urteile und das Landgericht Köln entschied damals dass eine „durch die besondere Situation entstandene finanzielle Belastung“ auszugleichen ist. Dabei berief man sich auf § 851 Abs. 1 ZPO, wonach diese besondere Belastung nicht direkt übertragbar war. Siehe auch: https://www.schuldnerhilfe-direkt.de/unpfaendbarkeit-von-corona-beihilfen/

      Antworten
      • Aktuelles Thema: 300 € Energiepreispauschale (EPP) – zu viel Geld auf dem P-Konto durch den Zuschuss?
        Bei einer Lohnpfändung wird die Energiepreispauschale (EPP) nicht gepfändet
        Das Bundesfinanzministerium stellte klar, dass die EPP von der Lohnpfändung ausgenommen ist. Wenn du eine Lohnpfändung am Laufen hast, findet keine Pfändung statt.

        ‚Die EPP ist von einer Lohnpfändung nicht umfasst, da es sich arbeits- und sozialversicherungsrechtlich nicht um „Arbeitslohn“ oder „Arbeitsentgelt“ handelt. Die steuerrechtliche Einordnung der EPP als Arbeitslohn ist insoweit unbeachtlich.‘

        Zitat des Bundesfinanzministeriums zur EPP (Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/energiepreispauschale.html)

        Bei einer Kontopfändung entscheiden die Gerichte
        Sollte eine Kontopfändung vorliegen, gibt es keine klare gesetzliche Regelung zur Energiepreispauschale.

        Möglicherweise handelt es sich bei der EPP um eine nicht-übertragbare Forderung. In diesem Fall kann nach § 851 I ZPO keine Pfändung vorgenommen werden, denn nicht übertragbare Forderungen sind nicht pfändbar.

        Es gab einen ähnlichen Beschluss des Landgerichts Köln bei den Corona-Beihilfen. Diese nicht Übertragbarkeit leitete sich aus dem Zweck der Corona-Beihilfe her. Der Zweck war nämlich ein schutzwürdiges Interesse – die Abmilderung der Corona-Pandemie. Es ist naheliegend, hier ähnlich mit einem besonderen Schutz von Haushalten zu argumentieren.

        Das bedeutet im Ernstfall aber auch, dass ein Gericht darüber entscheiden muss, ob du (als Schuldner) das Geld behalten darfst oder nicht.

        Antworten

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