Börsencrash 2020: Depot ausgelöscht?

Börsencrash 2020

Nach 6 Wochen Coronavirus sind wir nun in einer ausgewachsenen wirtschaftlichen Panik, die zum Börsencrash 2020 geführt hat. Dabei markiert der Crash aufgrund des Coronavirus den Beginn einer der plötzlichsten Rezessionen aller Zeiten. Das Tempo des Börsencrashs ist rasend. Der Spiegel hat dies in einer anschaulichen Grafik mal zusammengetragen.

Börsencrah 2020: 39 % Kursrückgang in Rekordzeit.
Börsencrah 2020: 39 % Kursrückgang in Rekordzeit. Quelle: Spiegel

Die hohe Geschwindigkeit des Börsencrashs hat damit zutun, dass sich die Pandemie viel weiter und schneller ausgebreitet, als die meisten es jemals vermutet hätten. Mittlerweile befindet sich die ganze Welt sich in irgendeiner Form des Lock-Downs. Ein Phänomen, dass wir in der modernen Welt so alle noch nie erlebt haben.

Was sollen wir im Börsencrash 2020 also machen?

Betrachten wir, bevor wir diese Frage klären, zunächst die finanziellen als auch humanitären Auswirkungen des Coronavirus und dem dadurch verursachten Börsencrash.

Finanzielle Aspekte des Börsencrash 2020

Auf der finanziellen Seite wurden Vermögen um 35 – 40 % durch den Börsencrash 2020 geschmälert. Crash Propheten erhalten immer mehr Zulauf. Wer jedes Jahr den Crash vorhersagt, liegt zwangsweise irgendwann mal richtig, stimmt’s?

Schlimmer noch, einige Leute versuchen, die Börsenkurse zu timen. Dadurch verkaufen Sie ihre Anlage mit einem Abschlag, um sie so vor weiterem Wertverfall zu schützen und sie anschließend zu einem noch niedrigeren Preis wieder zu kaufen. Dabei gehen Sie davon aus, dass sie schlauer sind als alle anderen, und ein Konstrukt so komplex wie die Börse vorhersagen können. Dabei ist Investieren doch so einfach, wenn du folgende Regeln auch im Börsencrash 2020 beherzigst (und auch davor und danach!).

Humanitäre Aspekte der Krise

Wir sollten nicht vergessen, dass es um Menschenleben geht. Durch Covid 19 sind bereits über 70.000 Menschen gestorben. Es ist davon auszugehen, dass es aufgrund des exponentiellen Wachstums des Coroanvirus noch deutlich mehr Tote geben wird. Unser Gesundheitsminister Spahn spricht daher noch von „Der Ruhe vor dem Sturm“. Was noch auf uns zu kommt, ist in der Best -und Worst Case Betrachtung weiter unten in diesem Artikel zu finden. Hier findest du die täglich aktualisierten COVID 19 Fallzahlen:

Deutschland Covid19 Cases Update

Total
Gestorben
Geheilt

Schrecklich, nicht wahr?

Es ist verständlich, dass viele Menschen ängstlich sind. Dementsprechend pessimistisch ist auch Ihre Einschätzung. Ich bin beim Börsencrash 2020 nach wie vor optimistisch. Ich bin überzeugt, dass wir klüger und gestärkter aus dieser Krise hervorgehen werden. Das war 1987, 2000, 2008 so und es wird auch 2020 so sein. Daher werden auch Die besten passiven Anlagestrategien nach wie vor funktionieren. Der Einzige Unterschied: Heute bekommst du einen Discount beim Einstieg!

Die Welt wird sich weiter drehen. Dabei geben gerade alle Länder Ihr Bestes geben, die Infektion zu verlangsamen. Das RKI berichtet hier in Deutschland von großen Erfolgen. So liegt die durchschnittliche Infektionsrate nun nur noch bei einer Person statt bei 2-3 Personen wie am Anfang der Pandemie. Das bedeutet, dass das exponentielle Wachstum gebrochen ist. Zudem werden Menschen sich weiterhin gegenseitig helfen. Die meisten Menschen werden zu Hause bleiben und ohne Folgeschäden heilen. Krankenbetten und Beatmungsgeräte werden jeden Tag weiter ausgebaut, Krankenschwestern und Ärzte geben Ihr Bestes, um so viele Leben wie möglich zu retten.Viele Büroangestellte werden weiter im Homeoffice arbeiten und Ihre Arbeit tun.

Es gibt Hoffnung…

Zudem arbeiten auch in der Krise Firmen weiter an Innovationen. Viele Leute bleiben lange wach und arbeiten in Labors an Impfstoffen und deren Tests. Mittlerweile werden bereits erste Tests an Menschen durchgeführt, was der vierten Phase der sechsphasigen Impfstoffentwicklung entspricht. Viele Experten gehen aktuell davon, aus, dass eine Impfung Anfang 2021 zur Verfügung stehen könnte. Der Hersteller CureVac spricht sogar schon von Ende 2020. Damit wäre das Virus geschlagen.

Aber abgesehen von der Coronavirus-Forschung sind noch viele weitere Dinge in den Pipelines von Wissenschaftern und Ingenieuren aus allen Disziplinen. Diese schaffen es nur gerade nicht in die Schlagzeilen. So werden nach wie vor Dinge erfunden, die die Zukunft weiter verbessern werden.  Es werden immer bessere und günstigere Akkus entwickelt, um die Mobilitätswende voranzutreiben und fossile Brennstoffe zu verdrängen. 

Auch im Börsencrash 2020 steht die Forschung nicht still. Ein Beispiel: Die Batteriezellenforschung sorgt für fallende Preise aufgrund des Fortschritts. Quelle: Statista.
Auch im Börsencrash 2020 steht die Forschung nicht still. Ein Beispiel: Die Batteriezellenforschung sorgt für fallende Preise aufgrund des Fortschritts. Quelle: Statista.

Durch Homeoffice befeuert werden Internetverbindungen immer besser ausgebaut und billiger. Universitäten müssen Ihren Unterricht nun vermehrt online abhalten, dadurch schaffen sie wichtige Voraussetzungen für ortsunabhängiges Lernen in der Zukunft. Das alles sind großartige Dinge, von denen wir nach der Pandemie profitieren werden.

Wie gut sind die Aussichten wirklich?

Die Menschen haben Angst und handeln panisch. Es ergibt Sinn, denn bisherige Pandemien kannte die westliche Welt bislang eher aus den Nachrichten. Jetzt wo die Pandemie vor unserer Haustür stattfindet, sind viele verängstigt. Lebensmittelgeschäfte sind teilweise ausgeräumt, da sich die Leute zu Hause einrichten. Auf den Straßen sieht man Menschen mit Masken und beim Joggen weichen einem die Leute freiwillig weiter aus um nicht angeatmet zu werden.

Es ist in dieser Situation wichtig das Gesamtbild zu verstehen, was tatsächlich vor sich geht. Die Welt steht nicht kurz vor dem Untergang.

Tatsächlich haben wir uns die harten Maßnahmen, die zum wirtschaftlichen Abschwung geführt haben, selbst auferlegt. Das haben schlaue Menschen entschieden, um das Leben von vielen Menschen retten zu können. Ich denke, dass ist eine großartige Leistung unserer Zivilgessellschaft.

Um die Gefahr durch das Coronavirus besser einschätzen zu können, ziehen wir ein Best-Case und ein Worst-Case Szenario auf. Am Ende liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo zwischen diesen beiden Szenarien. Die Szenarien sind übrigens an das Strategiepapier des Bundesinnenministeriums, das den Umgang der Bundesregierung mit der Corona-Pandemie prognostiziert angelehnt.

COVID 19 Worst Case Betrachtung

Wenn es hart auf hart kommt, führt erst eine vollständige Durchseuchung der Gesellschaft zum Stopp des Virus. Experten gehen dabei immer davon aus, dass 70 Prozent der Leute infiziert und immun sein müssen um einer weiteren Verbreitung Einhalt zu gebieten. Wenn von diesen 70 % Infizierten etwa 2 % sterben (auch hier gehen die Schätzungen weit auseinander) sterben in Deutschland etwa 1,17 Millionen Menschen am Coronavirus COVID-19. Das wäre der schlimmste Fall, den man sich denken könnte.

AnnahmeAnzahl der Toten
Bevölkerung Deutschland82,80 Mio.
70 % der Bevölkerung infiziert57,96 Mio.
2,02 % der Infizierten sterben1,17 Mio.
COVID 19 Worst Case Betrachtung: Über 1 Million Tote in Deutschland

Nun der Best Case der COVID-19 Todesfälle

Wenn es gelingen würde durch umfangreiches Testen und gezieltes Isolieren die Coronafälle für die Gessellschaft harmlos zu machen, wären die Auswirkungen auf Tote und Wirtschaft nur gering. Dieses Szenario wird auch Hammer and Dance genannt und stellt das dar, was wir mit maximaler Anstrengung erreichen können. Die Mortalität liegt, aufgrund ausreichender Intensivbetten und Beatmungsgeräten nur bei 1,2 Prozent. Zudem dauert das Szenario nur etwa 2 Monate. Da die Bevölkerung nicht immun gegen das Virus ist, sind aber nach wie vor Schutzmaßnahmen nötig.

AnnahmeAnzahl der Toten
Bevölkerung Deutschland82,80 Mio.
1 % der Bevölkerung infiziert0,83 Mio.
1,2 % der Infizierten sterben0,1 Mio.
COVID 19 Best Case Betrachtung: Wir machen alles was wir können

Hätte ich das Strategiepapier nicht gelesen, wäre ich sogar noch etwas optimistischer an die Sache ran gegangen.

Erhebliche Unsicherheiten

Im schlimmsten Fall, haben wir keine Chance das Virus einzudämmen, da wir die Gefahr nicht erkennen und sie herunterspielen. Daher würden wir weiter arbeiten und reisen und das Virus somit frei verbreiten. Wir würden die Krankheit zum Schutz der Wirtschaft sich einfach ausbreiten lassen. Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Auch die Daten sprechen bislang nicht dafür.

Das ganze wäre ein schreckliches Szenario, aber es gibt viele schreckliche Szenarien auf der Welt. An die Meisten haben wir uns schlicht und ergreifend gewöhnt und blenden sie einfach aus in unserem Alltag.

Um die Coronatoten besser einordnen zu können, im Folgenden zwei Grafiken, die die Todesarten in Deutschland in 2017 aufzeigen. Insgesamt sind 2017 fast eine Million Menschen gestorben. Im schlimmsten Fall, würden also ein Jahr lang doppelt so viele Leute sterben, bevor alle immun sind.Ich denke aber, dass wir das deutlich besser hinbekommen werden.

Im Jahr 2017 verstarben in Deutschland insgesamt 932 272 Menschen. Die häufigste Todesursache im Jahr 2017 war, wie schon in den Vorjahren, eine Herz-/Kreislauferkrankung. 37,0 % aller Sterbefälle waren darauf zurückzuführen. Quelle: Statistisches Bundesamt
Im Jahr 2017 verstarben in Deutschland insgesamt 932 272 Menschen. Die häufigste Todesursache im Jahr 2017 war, wie schon in den Vorjahren, eine Herz-/Kreislauferkrankung. 37,0 % aller Sterbefälle waren darauf zurückzuführen. Quelle: Statistisches Bundesamt
Häufigste Todesursachen in  Deutschland zum Vergleich
Häufigste Todesursachen in Deutschland zum Vergleich. Quelle: Statistisches Bundesamt

Im Börsencrash 2020 passieren einige gute Dinge als Nebenprodukt

  • Wir fahren weniger herum und verschmutzen viel weniger. Die Luft ist überall drastisch sauberer. Dies ist auf Satellitenbildern der ESA eindeutig zu sehen (links März 2019 vs. 14-25 März 2020 im rechten Bild)
Auch eine Auswirkung des Börsencrash 2020: NO2 Konzentration in Frankreich sinkt, da sich viel weniger Leute und Güter fortbewegen. Links März 2019 Rechts:. 14-25 März 2020. Quelle: ESA
Auch eine Auswirkung des Börsencrash 2020: NO2 Konzentration in Frankreich sinkt, da sich viel weniger Leute und Güter fortbewegen. Links März 2019 Rechts:. 14-25 März 2020. Quelle: ESA
  • Wir üben uns in Demut. Nach der Krise wird es eine Freude sein ins Ausland in den Urlaub zu fahren oder Konzerte und Kinos wieder besuchen zu können
  • Die Leute gehen viel mehr Spazieren und Joggen. Das ist bei mir in der Stadt eindeutig feststellbar!
  • Wir können Erfahrungen mit einer Pandemie sammeln, bei der nur etwa 2 bis 3 Prozent der Leute sterben. Glücklicherweise wurden wir vor etwas schwerwiegenderem verschont.
  • Wir können die Zeit nutzen um für unsere Kinder nun günstig ein Depot zu besparen, damit sie später abgesichert sind.

Wie wirkt sich der Börsencrash 2020 auf mein Depot aus?

Sobald du das wirklich große Bild verinnerlicht hast, kannst du sehen das wir diese Krise über kurz oder lang durchstehen werden.

Wie bei vergangenen Rezessionen auch, werden schwächer aufgestellte Unternehmen bankrott gehen. Starke Unternehmen werden die Kraft haben diese Krise zu durchstehen und Leute, die auch jetzt zu Ihnen stehen mit guten Dividenden belohnen. Wenn sch das ganze Chaos gelegt hat, werden kleine neue Unternehmen am Markt auftauchen und aus den Bruchstücken der alten Unternehmen neues entstehen lassen. Womöglich wird die Gesellschaft auch Krankenhauspersonal und Supermarktmitarbeiter durch Ihre unermüdliche Arbeit uns alle während der Krise zu versorgen in Zukunft besser behandeln.

Auch bei der Behandlung von Krankheiten wird es durch den Motor der Coronakrise in Zukunft neue Möglichkeiten geben. Weltweit läuft gerade ein riesiger Feldversuch zur Telemedizin, sodass hier entwickelte Lösung in Zukunft Alten und Kranken zur Verfügung steht. Homeoffice und ortsunabhängiges Lernen wird gerade in umfassend erprobt. Die Erkenntnisse daraus, können wir in Zukunft ebenso nutzen wie tausend andere Dingen an die andere Menschen und Unternehmen noch denken werden.

Das Ergebnis wird eine stabilere und reichere Welt sein. Dieser zusätzliche Gewinn wird sich früher oder später auch wieder auf den Depots zahlreicher Anleger wiederfinden. Zudem haben wir dann ein lebenswerteres Umfeld geschaffen.

Das ganze hätten wir natürlich auch ohne die Coronakrise schaffen können. Dummerweise haben wir nur die Eigenschaft bequem zu werden, wenn es keine Notwendigkeit gibt. Im abgedroschenen Spruch: Notwendigkeit ist die Mutter aller Erfindungen steckt also mehr Wahrheit, als wir vielleicht zugeben wollen.

Noch eine Ergänzung

Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade von Jürgen vom ETF-Blog zum Thema “Private Vermögensbildung in Corona-Zeiten” teil. Artikel von anderen Autoren findest du in unter dem Link auf Jürgens ETF-Blog.

Bär im Titelbild erstellt von mynamepong from www.flaticon.com

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