Die besten Depots für deine ETFs

Im Januar und Februar 2020 hat sich bei den kostenlosen Wertpapierdepots sich einiges verändert. Daher habe ich in den vergangenen Wochen die Angebote für euch erneut analysiert. Zwei bekannte Depot-Anbieter haben ihre Bedingungen 2020 verschlechtert: Die ING und der Broker Flatex. Zwei Neulinge bieten dafür besonders attraktive Konditionen: Smartbroker und Trade Republic. Was sind also die besten Depots für deine ETFs?

Übrigens: Die ING lehnt sich bei Ihrer Anpassung an das Vorgehen der DKB an. Auch die DKB bietet Ihre besonders guten Konditionen nur noch Kunden mit einem monatlichen Geldeingang von über 700 Euro an. Allerdings ist man bei der DKB deutlich kundenfreundlicher, wenn die 700 Euro unterschritten werden: Das Konto bleibt in jedem Fall kostenlos, allerdings kostet das Bezahlen und Geld abheben außerhalb der Eurozone Gebühren. Ebenfalls ist der Dispozins etwas schlechter. Da sich das DKB Konto jedoch weiter kostenlos nutzen lässt bleibt es eine Empfehlung. Besonders gut im DKB Konto-Verbund gefällt auch, dass man bei der DKB Sparpläne auf Vanguard ETFs für 0,49 Euro einrichten kann. Das ist insbesondere für langfristige ETF Sparer ein lohnenswertes Plus!

Das Depot der DKB gehört zur Kategorie die besten Depots für deine ETFs

Für Neueinsteiger beim Thema Wertpapiere zunächst noch eine kurze Erklärung vorab: Eine sehr gute und einfache Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen besteht darin, langfristig Geld in günstigen Fonds, also ETFs anzulegen. Diese Fonds müssen in einem Depot aufbewahrt werden. Ein Depot ist für Wertpapiere das, was das Girokonto fürs Geld ist. Die Sache ist zwar in Realität etwas komplizierter, aber das soll fürs Erste als Erklärung genügen. Solche Depots werden von Banken oder reinen Depot-Anbietern angeboten. Diese Depot-Anbieter nennt man auch Broker.

Flatex und ING erhöhen die Gebühren 😞

Leider gab Flatex kurz vor dem Jahreswechsel “Strafzinsen” für Depoteinlagen bekannt. Ich finde dies ein No-Go für einen ehemals so günstigen Broker!

Flatex: Anleger sollten sich zeitnah nach Alternativen umschauen

Auf das Depotvermögen wird ab März 2020 eine jährliche Gebühr von 0,1 % Prozent erhoben.

Diese Gebühr dürfte für viele Anleger und insbesondere passive ETF Sparer den Großteil aller Kosten ausmachen. Bei einem Depot über 100.000 Euro sind das 100 Euro an zusätzlichen Kosten, die mir nichts dir nichts durch die Hintertür eingeführt wurden. Es ist dann auch unerheblich, ob ein Trade 3,80 oder 5,90 Euro kostet, wenn der Großteil der Gebühren wo ganz anders anfällt. Mit dieser Gebühr liegt Flatex* preislich mit den örtlichen Sparkassen in etwa gleichauf und hat sich sein Image als günstiger Online Broker nachhaltig verhagelt (auch wenn das in den Tabellen, die der Broker auf seiner Webseite aufführt, immer anders aussieht).

Volle Transparenz ING:

Der Anbieter ING eignet sich insbesondere für Leute, die alles aus einer Hand möchten. Leider ändern sich die ING Girokonto Konditionen sich zum 01. Mai 2020.
Künftig ist das Girokonto nur noch kostenlos, wenn es als Gehaltskonto mit mindestens 700 Euro monatlichem Geldeingang genutzt wird.
Girokonten mit weniger als 700 Euro Geldeingang kosten ab 01.05.2020 monatlich 4,90 Euro.

Demnach fällt die ING aus der Empfehlungsliste „Die besten Depots für deine ETFs“ heraus. Denn: Alles aus einer Hand Lösungen mit Depot, Girokonto und Kreditkarte gibt es 2020 bessere: DKB*, Comdirect* oder Consorsbank* bieten diesen Service nach wie vor kostenlos an. Auch ohne Mindestgeldeingang auf dem Girokonto. Die beiden neuen Anbieter Smartbroker und Trade Republic betrachten wir nun noch etwas genauer. Schaffen Sie es ebenfalls in die Kategorie die besten Depots für deine ETFs?

Smartbroker*: Die Rettung für geprellte Flatex Kunden

Die Lücke von Flatex – also einem auf Wertpapieren spezialisierten Low-Cost Broker- wurde schnell gefüllt. Mit Smartbroker* ist Ende 2019 einer auf der Bildfläche erschienen, der bessere Konditionen als Flatex bietet. Die Kaufgebühr beträgt für Einmal Käufe pauschal 4 Euro. Viele Sparpläne sind gänzlich kostenlos. Weitere Sparpläne stellt der Anbieter für 0,80 € pro Sparrate (bis 400 €, danach 0,2 % der Sparrate) zur Verfügung.

Smartbroker* stellt also eine sehr brauchbare Alternative für bisherige Flatex-Kunden dar. Wer wechseln möchte, sollte das so schnell wie möglich tun. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Flatex gerade von Anfragen überschüttet wird (O-Ton Servicehotline). Daher kann es bei Flatex eine Weile dauern, bis man euren Antrag bearbeitet. Damit er nicht verloren geht, empfiehlt es sich zudem das Formular zusätzlich per Einschreiben mit Sichtfenster an die Bank zu senden. Die Formulare findet ihr übrigens auf der Flatex-Homepage unter Service.

Wer sein Geld lieber einem seit Jahren bewährten Anbieter anvertraut, kann auch zur Onvista Bank* wechseln. Das Depot ist hier ebenfalls kostenlos. Sparpläne kosten 1 Euro und Einmal Käufe 7 Euro. Der Preisunterschied zwischen Onvista und dem Smartbroker ist also eher klein.

Onvista versus Smartbroker für ETF Sparer

Onvista

➕ Bewährter Anbieter seit vielen Jahren

➕ keine Lockangebote, die sich nachträglich stark verteuern

➕ Null Euro Depotgebühr, keine Strafzinsen auf dem Verrechnungskonto

➕ Die Möglichkeit mit dem PC zu handeln

➕ Der direkte Handel an einer echten Börse

 

➖ Einmalkäufe: 7 Euro (minimal teurer)

➖ Ausführungsgebühr für Sparplan: 1 Euro (minimal teurer)

➖  Kleine Bandbreite bei Sparplänen: 50 € bis 500 € pro Ausführung

 

 

Smartbroker

➕ Keine Depotgebühren

➕ 4 EUR pro Order (Damit günstiger)

➕  295 sparplanfähige ETFs komplett kostenlos  Darunter fallen ETFs der Anbieter Amundi, XTrackers, Lyxor und iShare

➕  Die Möglichkeit mit dem PC zu handeln

➕ Der direkte Handel an einer echten Börse

 

➖ Strafzinsen von 0,5 % auf Bareinlagen –  Allerdings nur wenn die Cashquote mehr als 15 % im Verhältnis zum Depotwert beträgt

Smartphone Broker: Trade Republic*

Der Anbieter richtet sich an die Smartphone-affine Generation. Das Motto lautet: Tap, Tap, Trade. Also Tipp, Tipp, handeln. Alles läuft über die App welche auf Smartphones oder Tablets läuft. Ein Handeln über einen Browser am Desktop-PC ist nicht möglich.

Kauf und Verkaufsgebühren liegen pauschal bei 1 Euro. Sparpläne ab 25 Euro sind kostenlos. Damit hat Trade Repulic das günstigste Depot!

Nachteilig: Derzeit sind fast nur ETFs der Marke iShares (von Blackrock) handelbar. Falls du zu Trade Republic wechseln möchtest, kannst du also andere ETFs nicht mitnehmen und musst sie vor dem Wechsel verkaufen, oder auf dem alten Depot belassen.

Insgesamt ist der Broker mit seinem Smartphone basiertem Ansatz wahrscheinlich nicht die Beste Lösung für ETF Sparer: Zu groß ist die Verführung ständig auf dem Handy zu schauen und (ungeplante) Käufe oder Verkäufe durchzuführen. Das ist vermutlich nicht ganz ungewollt von TR: Irgendwie muss der Anbieter ja auch etwas verdienen, und aktive Trader sind nun mal die Umsatzbringer für Depotanbieter.

Nachteilig ist auch, dass der Handel über eine echte Börse nicht möglich ist. Man kann nur über Lang & Schwarz handeln. Was du dabei beachten solltest, findest du in der Infobox.

Mein derzeitiges Fazit zu Trade Republic lautet: Günstiger Anbieter, aber wegen großer Verführung zum ständigen Handeln mit dem Smartphone reiht er sich nicht uneingeschränkt zu den anderen Brokern der Kategorie Die besten Depots für deine ETFs ein.

Spreads bei Lang & Schwarz

Es kursieren immer wieder Gerüchte über den Handel bei Lang & Schwarz im Internet. Fakt ist: Während der Börsenöffnungszeiten, hast du keinerlei Nachteile beim Handeln über Lang & Schwarz. Die Kurse sind quasi gleich wie bei XETRA. Wenn du allerdings spät abends handelst, wenn die Börsen zu haben und Lang & Schwarz noch offen, steigt der Spread. Das sollte man als schlauer Anleger also einfach nicht tun. Wenngleich die Verführung mit der Smartphone-App natürlich groß ist.

Handelszeiten

Handelszeiten beeinflussen den Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis des Wertpapiers. Regelmäßige Ausführungen an schlechten Handelsplätzen und zu ungünstigen Zeiten kann langfristige ETF-Anleger Geld kosten. Allgemein ist der Spread umso kleiner, je mehr Geld im Umlauf ist. Die Märkte sind dann liquide. Manche Broker führen ihre Sparpläne allerdings dann aus, wenn große Börsen noch geschlossen haben. Dies ist zum Nachteil für die Anleger.

onvista bank

Die onvista führt Sparpläne generell am elektronischen Börsenplatz Xetra gegen 9:00 Uhr aus.

comdirect

Die comdirect führt Sparpläne ebenfalls am elektronischen Börsenplatz Xetra gegen 15:30 Uhr aus. Das ist absolut vorbildlich, da um 15:30 die großen US-Börsen in New York, Philadelphia und Chicago öffnen. Insbesondere für Sparer auf US-Aktien oder auch den MSCI World gibt es hier günstigere Kurse

Consors

Die Consorsbank führte Sparpläne bislang vorbörslich über München aus. Seit Februar 2020 hat dieBank das Vorgehen zum Wohle Ihre Kunden geändert und führt Sparpläne nun über Tradegate um 9:30 aus.

DKB

Bei DKB werden Sparpläne über die Düsseldorfer Börse Quotrix um 9:30 Uhr ausgeführt. Quotrix ist ein außerbörslicher, elektronischer Handelsplatz, dessen Kurse jedoch Xetra weitgehendst übereinstimmen.

Trade Republic & Smartbroker

Trade Republic & Smartbroker führen Sparpläne über den außerbörslichen Handelsplatz LS-Exchange über den Tag verteilt aus. Laut Trade Republic werden Sparpläne nur zu Xetra Öffnungszeiten gekauft. Bei Smartbroker konnte ich keine Zeitangabe finden.

Wrap-up: Was sind nun also die besten Depots für deine ETFs?

Ich empfehle die Depots von DKB*, Onvista* und Smartbroker* und Comdirect*. Wer keine Desktopanwendung braucht, kann auch mit dem günstigen Trade Republic* mal probieren wie sich Smartphone Banking anfühlt.

  • Für Liebhaber (❤️) der genossenschaftlich aufgesetzten Vanguard Fonds empfehle ich das DKB-Depot*. Hier kannst du Vanguard ETFs für nur 0,49 Euro Handeln. AB 50 Euro Sparplan geht’s los. Die obere Grenze liegt bei 100.000 Euro pro Ausführung.
  • Das Onvista Depot* ist insbesondere für Personen geeignet die zuvor bei Flatex waren und einen günstigen, am Markt etablierten Broker zu fairen Preisen haben möchten. Kleinere Abzüge gibt’s für die auf 500 Euro begrenzte Sparplanrate und die im Vergleich zu Smartbroker allgemein etwas höheren Gebühren.
  • Der Smartbroker* bietet ebenfalls ein vollwertiges und zudem sehr günstiges Depot. Für Anbieter, die gerne am PC handeln wollen, ist es erste Wahl. Der Anbieter ist noch neu, deshalb bleibt abzuwarten, ob die Preise auch in Zukunft stabil bleiben. Allerdings steht mit wallstreet:online auch kein unbekannter Branchenneuling dahinter. Leider gibt es keine Auskunft wann die Sparpläne ausgeführt werden.
  • Comdirect* ist für ETF Sparer auf amerikanische Aktien einen Blick wert. Es gibt zahlreiche Aktions ETF (135 Stück) die man kostenlos besparen kann. Darunter sind auch einige Vanguard ETFs. Der Vanguard FTSE World ist leider kein Aktions-ETF bei Comdirect. Wer diesen günstig kaufen möchte, geht zur DKB.

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Disclaimer: Es handelt sich um gut recherchierte, aber dennoch unverbindliche Informationen. Keinesfalls handelt es sich um Kaufempfehlungen! Die Wertentwicklung in der Vergangenheit garantiert keine zukünftigen Ergebnisse.

Titelbild von Arek Socha von Pixabay

Das Depot der DKB gehört zur Kategorie die besten Depots für deine ETFs

Trade Republic: Günstig aber große Verführung mit dem Smartphone

Das Depot der OnVista gehört auch zur Kategorie die besten Depots für deine ETFs

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